Verkehrspolitik
Verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, MdB
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Verkehrspolitik Friedrich: Bundesregierung muss Tempo-130-Wahn stoppen
Berlin / Bayreuth: Horst Friedrich – Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat zugegeben, dass das Tempolimit nur eine geringe Bedeutung für den Klimaschutz hat. Für den verkehrspolitischen Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, der Beleg für die pure Symbolpolitik der Sozialdemokraten. “Dahinter steckt letztlich nur der Wunsch, Autofahrer zu Sündenböcken zu machen und sie zu schikanieren, wo es geht. Ich fordere die Bundesregierung auf, diesen Tempo-130-Wahn zu stoppen”, so Friedrich.
Der SPD-Parteitag hatte am Samstag einen von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eingebrachten Leitantrag zum Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen mit knapper Mehrheit beschlossen. Wörtlich heißt es in dem Beschluss: “Ein schneller und unbürokratischer Weg zum Klimaschutz ist die Einführung einer allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h.” Jetzt gab Gabriel aber zu, dass mit dem Tempolimit kein wesentlicher Anteil für den Klimaschutz erreicht werde.
Die Liberalen lehnen den SPD-Vorstoß entschieden ab. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Horst Friedrich, erkennt darin sogar den “unterschwelligen Wunsch, die Autofahrer in Deutschland zu schikanieren”. Schließlich gebe ja schon seit langem eine Begrenzung auf 130 km/h als Richtgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen und das habe sich „insgesamt bewährt“. Wo es aus Sicherheitsgründen oder zur besseren Verkehrsführung sinnvoll sei, ein Tempolimit zu setzen, werde dieses ja auch entsprechend angeordnet. Auf diese Art und Weise werde bereits auf „knapp der Hälfte des deutschen Autobahnnetzes bereits dauernd oder zeitweise das Tempo begrenzt“, erklärte Friedrich.
Wenn die SPD nun auf der anderen Hälfte eine starres 130 km/h-Tempolimit einführen wolle mache dies keinen Sinn. Das bringe keinen relevanten Beitrag zum Klimaschutz, sagt Friedrich. Eine ähnliche Position vertreten auch die Automobilverbände, die darauf verweisen, dass bei Staus mehr Schadstoffe in die Luft geblasen werden und für intelligentere Straßenführung plädieren.
Der FDP-Verkehrsexperte bezweifelt zudem, dass das allgemeine Tempolimit einen messbaren Zuwachs an Verkehrssicherheit bringe. Die Frage der angemessenen Geschwindigkeit lasse sich nicht generell, sondern nur in Abhängigkeit vom Verkehrsaufkommen und vom Ausbauzustand des jeweiligen Autobahnabschnitts beantworten, so Friedrich. Es mache daher „keinen Sinn, Autofahrer auf leeren, gut ausgebauten Autobahnen bei guter Witterung und guten Sichtverhältnissen mit einem Tempolimit zu schikanieren“. Fehlen ideale Sicherheitsbedingungen, ist ein Tempolimit sinnvoll und heute bereits Realität. Seine Fraktion plädiert daher für den Ausbau von Systemen zur aufkommensabhängigen Verkehrssteuerung und Temporegulierung. „Solche elektronischen Anlagen ermöglichen es, Geschwindigkeitsanordnungen situationsbezogen zu regeln und das leistet einen wirkungsvollen Beitrag zu angepasstem Fahrverhalten. Pauschale Tempolimits hingegen sind reine Anti-Autofahrer-Ideologie“, so Friedrich.
Der liberale Verkehrsexperte verweist darauf, dass die FDP in diesem Bereich wirksame Klimaschutzmaßnahmen vorgeschlagen hat: die Einbeziehung des Verkehrs in den Emissions-handel und die Umlage der verbrauchsunabhängigen KFZ-Steuer auf die Mineralölsteuer.
FDP – 31.10.2007


