BY-Landtag – FDP sieht realistische Chance
Bayern-FDP sieht sich vor Comeback
Neue Heimat für Hausärzte und Wirte,
BAMBERG (lby) Die bayerische FDP sieht erstmals seit 1994 eine realistische Chance auf den Wiedereinzug in den Landtag. Gestärkt von guten Umfragewerten gaben die bayerischen Liberalen am Wochenende bei ihrem zweitägigen Landesparteitag in Bamberg als erste Partei den Startschuss für die Wahl am 28. September. Die gut 400 Delegierten nominierten den Gautinger Bundestagsabgeordneten Martin Zeil zum Spitzenkandidaten.
Für den Fall einer CSU-Niederlage schloss Zeil ein Regenbogenbündnis seiner Partei mit SPD und Grünen aus. Zunutze machen wollen sich die Liberalen Ärger über die CSU bei Freiberuflern und Mittelstand.
Die FDP war bei den vergangenen drei Landtagswahlen jeweils an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert. Nach der jüngsten Umfrage liegt die FDP derzeit bei sechs Prozent, die CSU bei 51, die SPD bei 20 und die Grünen bei zehn Prozent. „Wir können voller Stolz sagen: Die bayerische FDP ist wieder da“, rief Zeil den Delegierten zu.
Keine Koalitionsaussage
Für eine Koalition mit SPD und Grünen gebe es keine inhaltliche Basis, sagte Zeil. „Das wäre kein stabiles Bündnis für Bayern.“ Eine Koalitionsaussage zugunsten der CSU wollen die Liberalen aber ebenfalls nicht abgeben. „Wenn man so lange außerparlamentarisch ist, ist es nicht überzeugend und auch nicht vernünftig, mit einer Koalitionsaussage, in die Wahl zu gehen“, sagte Zeil. Angreifen will die FDP vor allem in Bildungs- und Wirtschaftspolitik sowie einem betont liberalen Kurs in Sicherheits- und Gesellschaftspolitik.
Die FDP-Landesvorsitzende Sabine Leutheusser-Schnarrenberger konstatierte eine „hervorragende Ausgangsbasis“. „Die Bürger spüren„, dass die CSU nach 45 Jahren Alleinregierung nicht mehr die Kraft hat, Bayern nach vorne zu bringen.“
Angriffe gegen die CSU
Sowohl die ehemalige Bundesjustizministerin als auch Spitzenkandidat Zeil richteten scharfe Angriffe gegen die CSU Ministerpräsident Günther Beckstein und CSU-Chef Erwin Huber hätten das „schöne Bayern ganz schön abgewirtschaftet“, sagte Leutheusser-Schnarrenberger. Sie forderte Huber wegen der Milliardenkrise bei der BayernLB zum Rücktritt auf. Zeil prophezeite, die CSU werde „wie eine angestochene Wildsau“ für den Erhalt ihrer absoluten Mehrheit kämpfen.
Die FDP sucht die Wiederannäherung an den bayerischen Mittelstand – vor allem Hausärzte und Wirte, von denen viele wegen der Gesundheitsreform beziehungsweise des Rauchverbots tief verärgert über die CSU sind. Neben dem Chef des bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, war auch der Vorsitzende des Vereins zum Erhalt der bayerischen Wirtshauskultur, Heinrich Kohlhuber, bei der FDP zu Gast.
Main-Post Würzburg/Main-Tauber vom 21. April 2008
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Bayern-FDP rechnet mit ihrem Comeback
BAMBERG. Die bayerische FDP sieht erstmals seit 1994 eine realistische Chance auf den Wiedereinzug in den Landtag. Gestärkt von guten Umfragewerten gaben die bayerischen Liberalen am Wochenende bei ihrem zweitägigen Landesparteitag in Bamberg als erste Partei den Startschuss für die Wahl am 28. September. Die gut 400 Delegierten nominierten den Gautinger Bundestagsabgeordneten Martin Zeil zum Spitzenkandidaten. Für den Fall einer CSU-Niederlage schloss Zeil ein Regenbogenbündnis seiner Partei mit SPD und Grünen aus. Dpa/lby
Wertheimer Zeitung / Main-ECHO Aschaffenburg vom 21. April 2008
