Main-Post: Der Handel mit Fleisch wird immer schwieriger

Würzburg-Land (gizo) Mit einer Besichtigungstour durch den Landkreis hat die FDP ihren Landtagswahlkampf eingeläutet. Die Besuche mit dem Direktkandidaten Wolfgang Kuhl (Erlabrunn) führten unter anderem zu der Unternehmensgruppe Südfleisch in Würzburg. Dort bekamen Kuhl und der Bundestagsabgeordnete und FDP-Agrarexperte Ulrich Heinrich auch kritische Töne zu hören.

Das Unternehmen konzentriert sich nach eigenen Angaben noch stärker auf die Veredelung der Produkte. Dies gehe Hand in Hand mit den Bemühungen, das Vertrauen der Verbraucher wieder zu gewinnen, das durch die BSE-Krise erschüttert worden sei.

Weil der Handel mit Fleisch immer schwieriger wird, konzentriere sich der Südfleisch-Konzern stärker auf so genannte Convenience-Produkte, also vorgefertige Zubereitungen, erläuterte Unternehmenssprecher Wolfgang Braun aus München. Bereits fest am Markt Fuß gefasst habe die Produktion von vorgegarten Menükomponenten und Snack-Produkten der Lutz Fleischwaren AG. Das Angebot wende sich sowohl an Groß- als auch an Endverbraucher.

Über 50 000 Stück Rindvieh und 228 000 Schweine werden im Betrieb am Würzburger Standort jährlich geschlachtet. Der Umsatz wird auf 1,2 Millionen Euro pro Woche beziffert. Tierschutz werde im Betrieb groß geschrieben, betonte Bernhard Stöhr, Leiter der Vieherfassung. In diesem Zusammenhang übte er scharfe Kritik an den hohen Gebühren für die BSE-Tests, die Fleischbeschau und die Entsorgung des Risikomaterials. Zwischen 1,4 und 1,6 Millionen Euro Mehrkosten entstünden dem Betrieb seit der BSE-Krise jährlich, rechneten Stöhr und Betriebsleiter Karl-Heinz Ballmes vor.

Kandidat Kuhl beklagte den fehlenden politischen Willen bei der Durchsetzung von Agrarreformen und forderte die Landesregierung dazu auf, den Landwirten Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.


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