Main-Post: Von Konterfei und Gesten
Um es gleich vorweg zu sagen: Wahlen sind wichtig. Gehen sie also hin und machen Sie ihre Kreuzchen, und lassen Sie sich nicht von den Plakaten erschrecken, die seit Wochen an Straßenrändern und Laternenmasten unsere Aufmerksamkeit erregen.
Allein für die Landtagswahl buhlen knapp 40 Kandidaten in Stadt und Landkreis Würzburg um die Wählergunst. Für den Bezirks sind’s nochmal genausoviel. Wie gut, dass davon nicht alle ihr Konterfei auf Plakatwänden zur Schau tragen. Man kennt sich ja so schon kaum noch aus – und man bekommt’s auch nicht eben leicht gemacht.
Der Herr Boutter von der SPD zum Beispiel, der hat im Landkreis ganz mächtig der Werbetrommel gerührt, obwohl er ja eigentlich Direktkandidat für die Stadt ist. Zweitstimmenwerbung heißt das Zauberwort – aber wenn das bloß mal nicht ins Auge geht, dass der Herr Boutter dem ländlichen Wahlvolk verspricht, sich mehr für die Stadt einzusetzen.
Der Herr Kuhl aus Erlabrunn, mit dem die Landkreis-FDP die Rückkehr ins Maximilianeum schaffen will, tritt uns mit einer Geste entgegen, die Kompetenz ausstrahlt. Ein Freund hat mir neulich erzählt: Guck, der ist noch gar nicht gewählt und hält schon die Hand auf. Seitdem weiß ich, dass auch das überzeugendste Plakat nicht gegen Fehlinterpretationen gefeit ist.
Der Herr Ach von der CSU bekennt schon mal, dass er auf Wahlplakate genausogut verzichten könnte. Man will ihm diesen Gleichmut gerne glauben, schließlich hat er bei der Wahl vor fünf Jahren 47,7 Prozent geholt, und dass er auch diesmal als Direktkandidat in den Landtag einzieht, ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
Aber um es nochmal zu betonen: Gehen Sie trotzdem zu Wahl.


