Haßfurt, 12. Juli 2008

Jugendpolitik & Jugendarbeit

Die FDP Unterfranken setzt sich zum Ziel, Politik für junge Menschen ganzheitlich auf allen Ebenen umzusetzen. Die Belange der Jugend müssen unter den Prämissen von lebenslanger Bildung und stetiger persönlicher Weiterentwicklung besonders berücksichtigt und gefördert werden.

Die Entwicklung junger Menschen mit all ihren individuellen Interessen, Stärken und Fähigkeiten zu unterstützen, ist besonderes Anliegen der FDP. Gerade die Ausübung ehrenamtlicher Tätigkeiten ist für Jugendliche ein geeignetes Mittel, diese Fähigkeiten auszubilden. Diese Erfahrungen sind für die weitere Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen besonders wertvoll.

Die Bezirksebene besitzt für junge Menschen schon jetzt umfangreiche Möglichkeiten der Beteiligung, z.B. über den Bezirksjugendring (BJR) und dessen Mitglieder. Der BJRund insbesondere die Jugendbildungsstätte sind Einrichtungen, die den Bezirk Unterfranken auszeichnen. Die derzeitige finanzielle Ausstattung des BJRs und die neue Regelung des pauschalierten Finanzzuschusses sowie die damit einhergehende Planungsfreiheit erfahren unsere Unterstützung.
Nach knapp fünf Jahren hat die Jugendbildungsstätte bewiesen, daß sie die an sie gestellten Anforderungen bestens erfüllt und sogar noch übertrifft und dabei wirtschaftlich arbeitet. Um diesen Aspekt zu unterstützen, fordert die FDP den weiteren Ausbau der Belegungskapazitäten.

Die neu eingerichtete Teilzeitstelle eines Medienberaters wird von uns begrüßt. Gerade die Vermittlung der Kompetenz im Umgang mit den verschiedensten Medien ist für junge Menschen in Zeiten zunehmender Informationsvielfalt eine unverzichtbare Fähigkeit, um den Erfordernissen in Schule, Ausbildung, Beruf und persönlicher Weiterentwicklung gerecht zu werden. Um den Anforderungen an dieses Aufgabenprofil zu entsprechen, fordert die FDP Unter­franken den Ausbau zu einer Vollzeitstelle.

Mit der Jugendleitercard (JuLeiCa) fördern und honorieren die teilnehmenden Unternehmen, Institutionen und Personen unmittelbar das ehrenamtliche Engagement in der Jugendarbeit und damit zukunftsgerichtet die positive Förderung und Entwicklung junger Menschen!
Die FDP fordert eine breitere Unterstützung durch Unternehmen und Gewerbetreibende, Institutionen und Behörden, um den Inhabern der JuLeiCa Vergünstigungen für ihr ehrenamtliches Engagement (z.B. bei Einkäufen, Eintrittsgeldern, Mitgliedschaften, Mietgebühren, Übernachtungen etc.) zu gewähren. Dieses wird bisher nicht ausreichend gefördert.

Der Jugendkultur müssen weitgehend freie Entfaltungsmöglichkeiten gewährt werden. Die Ausschreibung von Jugendkulturpreisen bzw. die Förderung von Kulturprojekten, die aus der Eigeninitiative Jugendlicher in Unterfranken entstanden, sind so anzulegen, daß sie dieses berücksichtigen. Projekte wie „MainPOP“ und die Einsetzung eines Popularmusik-Beauftragten für den Bezirk Unterfranken sind dabei Schritte in die richtige Richtung. Benachteiligungen der Musikarten bei der Kulturförderung (insbesondere Popularmusik) werden dadurch abgebaut. Talent und Engagement Jugendlicher erfahren mehr Anerkennung.

Die politische Bildung Jugendlicher ist von allgemeinem gesellschaftlichen Interesse. Sie hilft nicht zuletzt, Politikverdrossenheit vorzubeugen bzw. abzubauen. Zur Förderung der politischen Bildung und demokratischer Jugendstrukturen gibt es den Ring Politischer Jugend (RpJ), zu dem sich die unterfränkischen Jugendverbände zusammenschließen können. Die FDP Unter­franken drängt daher auf die Einrichtung eines RpJ auch in Unterfranken.
Staatspolitisches Interesse und mitbürgerliche Verantwortung ist ein liberales Grundverständnis. Daher spricht sich die FDP Unterfranken auch für die Einrichtung von Jugendparlamenten aus; insbesondere dort, wo es keine Jugendgremien gibt.

Der Bedarf an Ganztagsbetreuung Jugendlicher steigt und verändert damit ihre Freizeitgestaltung. Die Jugendarbeit des Bezirks muß dieser Entwicklung Rechnung tragen, darf sich dabei aber nicht zu Angeboten z.B. von Ganztagsschulen abgrenzen. Daher favorisiert die FDP Unterfranken integrative Modelle, wie sie bereits in Projekten erprobt werden.

Ausbildungs- und Arbeitsplätze sind für Jugendliche wesentlich. Ihr Vorhandensein beugt Orientierungslosigkeit vor und bietet bessere Chancen zur gesellschaftlichen Teilhabe, besonders für Jugendliche mit Migrationshintergrund. Wir unterstützen den Bezirksjugendring in seinem Engagement für eine berufliche Perspektive junger Menschen. Ein grundsätzliches Recht auf Ausbildung lehnen wir jedoch ab.

M. Graulich, C. Knies, F. Seidler


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